Das Meer

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00:00:01: Das Meer!

00:00:02: Manchmal, wenn sie die Augen schloss, meinte sie noch immer das Meer Rauschen zu hören.

00:00:09: Schmeckte die salzige Luft

00:00:11: auf ihren Lippen und spürte den harten Wind im Gesicht.

00:00:16: Doch wenn Sie die Augen wieder öffnete dann sah sie nichts anderes als die grellbunden Lichter der Stadt

00:00:23: zu den Füßen

00:00:25: des Hochhauses in dem sie nun lebte.

00:00:29: Wie sehr unterschieden

00:00:31: sich

00:00:31: der Verkehr und das Hupen der Autos von der leisen Brandung, und dem entfernten Dröhnen des Schiffsmotoren die weit draußen auf hoher See ihren Weg suchten?

00:00:46: Ob nun Segen oder Fluch

00:00:48: –

00:00:49: in jedem Fall war seine gravierende Veränderung.

00:00:53: Doch was hätte sie dort halten

00:00:55: sollen, Dort bei dem gelenden Schrei der Möwen und dem sanften rascheln Der Gräser auf den Dünen?

00:01:05: Ihre Familie war schon lange vor ihr gegangen.

00:01:08: Ein Fluch, der auf der Familie lag oder doch nur auf dem Haus

00:01:12: –

00:01:13: dem hübschen

00:01:14: Haus

00:01:16: im Rand des kleinen Dorfes.

00:01:19: Aber wer glaubte schon an Flüche?

00:01:22: Sie tat es nicht!

00:01:24: Sie blieb.

00:01:26: Der Kontakt zu ihren Eltern,

00:01:28: anfangs ein wallender Strom wurde zum müden Rennsaal

00:01:34: und letztlich

00:01:35: zum einzelnen Tropfen der auf verdornten Wüstenboden fiel.

00:01:42: Der pfeifende Wasserkessel riss sie aus der Melancholie der Erinnerung T-Zeit.

00:01:46: Ja es gibt Dinge im Leben

00:01:48: auf die man nie verzichten wird.

00:01:51: Die Handgriffe machte sie wie im

00:01:53: Schlaf die Augen schwer und müde.

00:01:59: Was war es noch gleich, was sie hier tat?

00:02:02: Richtig!

00:02:03: Fliehen!

00:02:04: Fliegen vor dem Leben, fliehen vor der Heimat, fliegen vor Menschen, die sie einst als Freunde betrachtet hatte.

00:02:13: Wer brauchte schon Freunde solche

00:02:15: Freunde?!

00:02:18: Der dampfende Tee kondensierte an der Fensterscheibe.

00:02:22: Die Welt wurde dunkler

00:02:24: und zugleich heller.

00:02:26: Je mehr die Sonne ihren allabendlichen Rückzug antrat, umso mehr versuchten die Menschen sie durch buntes Näh-

00:02:34: und Licht zu ersetzen.

00:02:36: Ihre leidigten Augen schlossen

00:02:39: sich, denn sie wollten

00:02:41: den mangelnden Respekt

00:02:43: gegenüber der Nacht nicht sehen.

00:02:46: Mühsam zwangen Sie sich doch hinzusehen!

00:02:50: Die Sterne verschwanden im diffusen Lichtsmog der Stadt.

00:02:56: Den Mond vermochte er nicht zu besiegen, Voll und rund blickte auf die Welt herab Und schickte seine silbernen Strahlen zur Erde.

00:03:08: Und wenn sie trafen der lächelte Ein kurzer Augenblick voller Glückseligkeit.

00:03:17: Eine einzelne Träne ran über ihr Gesicht.

00:03:20: Die Mühe sie wegzuwischen machte sich schon lange nicht mehr.

00:03:25: Die salzige Perle ran über ihre Wange, Über eine hässliche Narbe hinweg.

00:03:32: Eine Wunde die verheilt war uberflächlich, Denn in der Seele steckte immer noch Der giftige Stachel mit dem sie gerissen worden war.

00:03:44: Die Hand vermiet es die Narbe zu berühren, Die Augen vermieden es sie anzuschauen, Jeder vermietes die eins So schöne junge Frau anzuschau'n Fluch, flucht.

00:04:02: Der Abend war jung gewesen

00:04:04: die Nacht lau und der Wind sanft.

00:04:08: Wie ein Liebhaber hatte er ihre Haut gestreichelt als sie ins Wasser gestiegen war.

00:04:15: Das Meer das so kraftvoll an ihren Beinen zog.

00:04:19: Tang der versuchte sie festzuhalten.

00:04:23: wie herrlich war es gewesen zu schwimmen unterzutauchen, um kurz darauf prustend durch die Oberfläche zu stoßen, trug die Erinnerung.

00:04:37: Sie war einmal untergetaucht – ein zweites Mal, dutzend mal!

00:04:44: Wann ist das passiert?

00:04:46: Wann vergah sie

00:04:48: aufzutauchen?!

00:04:51: Wann ertranken

00:04:52: Unschuld

00:04:53: und Hoffnung?

00:04:54: Das Meer hatte sie fortgespült.

00:04:57: Eine eisige Hand hatte sie gegriffen und in die Tiefe gezert.

00:05:03: Hand?

00:05:04: Eine Klaue!

00:05:05: Gnadenlos hatten Sie verkrümmte Finger gehalten, gezogen.

00:05:11: Konnte das

00:05:12: Meer

00:05:12: so grausam

00:05:13: sein?

00:05:14: Konnte es Kreaturen hervorbringen, die so erbarmungslos waren zum Spaß töteten?

00:05:24: Ja – sie war gestorben Denn ihre

00:05:27: Seele

00:05:28: lag noch immer am Meeresgrund.

00:05:31: Wurde von den eisigen Händen Liebkost und gestreichelt, Wie es ihr Körper wurde

00:05:39: So rau und doch

00:05:41: so schön.

00:05:44: War's das?

00:05:46: War's dass was sie den Verstand kostete

00:05:49: Dass sie sich nach den Berührungen

00:05:51: sehnte

00:05:53: Die gespaltene

00:05:54: Zunge spüren wollte

00:05:56: die ihr Gesicht küste sich in sie bohrte und sie nie wieder loslassen wollte.

00:06:05: Die Tentakel, die sich um ihren Hals schlangen und den Rest des Lebens

00:06:10: aus ihr herauspressten

00:06:14: Gänsehaut überzog ihren Körper.

00:06:17: Sie verzerrte sich nach dem was geschehen war Und doch hatte sie es überlebt.

00:06:25: Nur war sie heute

00:06:26: nicht mehr das Was sie war.

00:06:29: Heute war sie Eine Überlebende, keine Lebende.

00:06:36: Man hatte sie gefunden.

00:06:37: Tage später Der grausame Liebhaber hatte genug von seinem Spiel.

00:06:42: Das Meer hatte Sie entlassen Ausgespielen der Körper geschunden die Seele gestorben Grelles weißes Licht das in grellen Weißen Kitteln der Ärzte und Schwestern reflektiert wurde.

00:06:58: Es verletzte ihre Augen, die nun die Dunkelheit des Meeres gewohnt waren und sie herbeisehnte.

00:07:07: Das Essen!

00:07:08: Wo war der Fisch?

00:07:09: Das Salz?

00:07:10: Das brackige Wasser des Meres, Die ihr so wunderbar mundeten?

00:07:15: Der Raum

00:07:16: war zu klein Denn das Meer ist groß.

00:07:19: weit Geheilt war sie entlassen

00:07:23: worden.

00:07:24: Die Spielchen der anderen beherrschten sie Geheilt in Körpern Geist, doch ihr Geist?

00:07:32: Den Geist zog es zurück ins Meer.

00:07:35: Zurück in die Liebe.

00:07:37: Der Körper verlangte das Wasser.

00:07:41: Stunden lang hatte sie in der Badewanne gesessen und doch belieben Verlangenen Sehnsucht So hofft sie auch.

00:07:49: die Augen schloß.

00:07:50: Die kraftvollen Berührungen waren nicht mehr zu spüren.

00:07:55: Nachbarn Freunde Feinde Alle starten sie an, wenn sie wieder

00:08:02: stundenlang

00:08:03: durch die Brandung gelaufen war auf der Suche nach dem Verlorenen.

00:08:08: Auf der Sucher nach der Unschuld.

00:08:12: Sie hatte es schließlich aufgegeben, war gegangen geflüchtet Die Flucht vor Erinnerungen und die Flucht verdienen, die behauptet hatten sie zu lieben.

00:08:28: hatte sie die Suche nie aufgegeben.

00:08:32: Und wenn die Menschen, die das Licht liebten schliefen macht sie sich auf die Suchee.

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